Vergangenes Wochenende war es für die Mitglieder des Jugendrotkreuzes (JRK) vom DRK Ortsverein Kressbronn endlich so weit: Die lang ersehnte 24-Stunden-Übung startete. Ein ganzer Tag im Zeichen der Ersten Hilfe, der Teamarbeit und Gemeinschaft.
Was in den wöchentlichen Gruppenstunden theoretisch gelernt wird, musste nun in der Praxis unter Beweis gestellt werden. Das Konzept: Realitätsnah nachgestellte Einsätze, die den Nachwuchs-Rettern alles abverlangen. Alarmiert wurde ganz stilecht via Funkmeldeempfänger und zusätzlichem Alarmton – mal in Kleingruppen, mal als ganzer Zug.
Nachdem die Feldbetten in der Nonnenbachschule als „Basis“ bezogen waren, ging es direkt los: Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Schnell die JRK-Jacken übergestreift und ab in die Fahrzeuge! Schon während der Anfahrt stieg die Spannung, während die „jungen Helfer“ über ihre Einsatzkarten erste Informationen zum Notfall erhielten.
Das Spektrum der Szenarien war breit gefächert: Neben klassischen häuslichen Notfällen wie Bewusstlosigkeit, Verbrennungen, Schnittverletzungen oder Stürzen im Treppenhaus gab es auch anspruchsvolle Rettungen im Gelände. So musste eine Patientin nach einem Knochenbruch im Wald fachgerecht erstversorgt und mittels Trage abtransportiert werden.
Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus
Ein besonderes Highlight war die Personensuche in einem weitläufigen Obstbaugebiet. Ein Kind galt als vermisst – inklusive medizinischem Notfall. Hier bekam das JRK hochmoderne Unterstützung: Die Drohneneinheit der Feuerwehr Eriskirch suchte das Gebiet aus der Luft ab und übermittelte dem JRK-Einsatzleiter entscheidende Informationen.
Auch die Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Langenargen wurde intensiv geprobt. Bei einem simulierten Verkehrsunfall am Samstag mussten Patienten aus einem Fahrzeug gerettet und medizinisch versorgt werden. Hier konnten die Jugendlichen das „Hand in Hand“-Arbeiten mit anderen Hilfsorganisationen trainieren – eine wichtige Erfahrung für den echten Einsatz.
Spektakulärer Massenanfall von Verletzten
Besonders fordernd wurde es am Abend beim Stichwort „Verkehrsunfall mit Pkw und Personengruppe“. Alle vier Einsatzfahrzeuge rückten aus. Vor Ort bot sich den Helfern eine herausfordernde Lage: Sechs Patienten mit unterschiedlichsten Verletzungen – von Kopfplatzwunden und Knochenbrüchen bis hin zum Kreislaufstillstand und Schlaganfallsymptomen. Unter hohem Zeitdruck mussten Prioritäten gesetzt und die Versorgung sichergestellt werden.
Reflexion und Gemeinschaft
Nach jedem Einsatz folgte eine intensive Nachbesprechung mit den Gruppenleitern. „Wie war der Einsatz? Was hat gut geklappt? Was können wir optimieren?“ Durch diese Reflexion wurden Unklarheiten beseitigt und Handlungsabläufe gefestigt.
Insgesamt wurden die 26 Helfer zu 13 Einsätzen alarmiert. Dass ein solches Mammut-Projekt gelingt, verdankt das JRK vielen Unterstützern. Während die Gruppenleiter die Übung organisierten, sorgte die Bereitschaft des Vereins für die nötige „Manpower“: Sie schminkten täuschend echte Wunden, mimten Patienten oder saßen am Steuer der Einsatzfahrzeuge.
Ein großes Dankeschön richtet das JRK an die Nonnenbachschule Kressbronn für die Räumlichkeiten sowie an die Feuerwehren aus Eriskirch und Langenargen für die großartige Kooperation.
Das Fazit der Teilnehmer
Die Übung war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Noah und Henry (Gruppe 3), die als Helfer und erstmalige „Einsatzleiter“ dabei waren, bringen es auf den Punkt:
„Mir hat besonders gefallen, dass wir bei den Einsätzen gut als Team zusammengearbeitet und uns gegenseitig unterstützt haben.“
— Noah
„Das gemeinsame Arbeiten und die vielfältigen Einsätze waren wieder super!“
— Henry