Herzlich Willkommen bei den First Respondern Kressbronn!

Was ist First Responder?

Die First Responder (übersetzt: Erst-Eintreffende) sind eine Ergänzung zum regulären Rettungsdienst und überbrücken die Zeit vom Notfallereignis bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bzw. Notarztes – das sogenannte „therapiefreie Intervall“.

In unserem Fall bedeutet dies, dass speziell ausgebildete First Responder-Helfer zu allen Notfällen in Kressbronn und Langenargen alarmiert werden und bis zum Eintreffen weiterer Rettungskräfte lebenserhaltende Maßnahmen (z.B.: Herz-Lungen-Wiederbelebung, Frühdefibrillation, Sauerstoffgabe, …) einleiten.

Bei medizinischen Notfällen kommt es oft auf jede Minute an. Beispielsweise im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes kann schnelle und qualifizierte Erste-Hilfe überlebenswichtig sein. Wird das menschliche Gehirn nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt, tritt bereits nach 4-5 Minuten eine bleibende Schädigung ein. Nach 10 Minuten ist in der Regel kein Überleben mehr möglich.

Durch das schnelle Eintreffen der First Responder-Helfer wird bereits nach wenigen Minuten mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen, um die Erfolgsaussichten für die nachfolgende Behandlung des Patienten zu verbessern.

Vorteile der First Responder

  • sehr gute Ortskenntnisse und wesentlich kürzere Anfahrtswege als der Rettungsdienst

  • schnelleres Eintreffen am Einsatzort. Qualifizierte Erste-Hilfe kann dadurch zwischen 5 und 15 Minuten schneller eingeleitet werden 

  • schnelle und qualifizierte Rückmeldungen an die Leitstelle erleichtern die Vorbereitung des weiteren Rettungseinsatzes

  • Ergänzung und Unterstützung des Rettungsdienstes durch gut ausgebildete Helfer

  • Empfehlung eines Landeplatzes für den Rettunghubschrauber und Transport der medizinischen Besatzung zum Einsatzort

Ein Tag bei den First Respondern

Es ist Samstag, ein lauer Sommerabend, kurz vor 18 Uhr. Für zwei Helfer des DRK Kressbronn endet ein 24-stündiger First Responder-Dienst. Abgelöst werden sie jetzt von zwei weiteren Kameraden. Es folgt eine kurze Übergabe. Das Einsatzmaterial wird gecheckt, um sicherzustellen, dass das alles ordnungsgemäß in den verschiedenen Rucksäcken und im Fahrzeug verstaut ist. Noch während der Überprüfung lösen die Meldeempfänger der Besatzung aus. Die Rucksäcke werden schnell im Einsatzfahrzeug verstaut. Bisher ist nur bekannt, dass es auf die Bundesstraße 31 zu einem Notarzteinsatz geht. Während der Fahrer bereits in Richtung B 31 fährt, nimmt der Beifahrer über Funk mit der Integrierten Leitstelle in Friedrichshafen Kontakt auf. Hier bekommen die Beiden Helfer nähere Informationen zum Einsatzgeschehen. „B 31, Fahrtrichtung Lindau, in Höhe Poppis, Verkehrsunfall, Person eingeklemmt!“ So lautet kurz und knapp die Mitteilung über Funk.
Die First Responder Helfer befinden sich bereits an der Auffahrt zur B 31. Nach weiteren zwei Minuten beginnt sich der Verkehr in Richtung Lindau zu stauen, die First Responder-Helfer erreichen den Einsatzort. Das Fahrzeug wird nach einsatztaktischen Gesichtspunkten abgestellt und die Straße mit Blaulicht abgesichert. Ein PKW liegt auf dem Dach, einige Fahrzeugteile liegen auf der Straße, der Geruch von auslaufenden Betriebsmitteln breitet sich aus. Eine seltsame Ruhe ist zu spüren, sogar das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Eine surreale Situation. Die Einsatzkräfte verschaffen sich einen Überblick über die Einsatzstelle und beginnen sofort damit, das schwerverletzte Unfallopfer erstzuversorgen. Zum Glück gibt es nur einen Verletzten und niemand ist eingeklemmt. Die First Responder Helfer legen eine Halskrause an, geben Sauerstoff, messen Blutdruck, Puls, Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung. Ein intravenöser Zugang wird vorbereitet und vom inzwischen eingetroffenen Notarzt gelegt, um schmerzstillende Medikamente verabreichen zu können. Die weitere rettungsdienstliche Versorgung wird durch die First Responder unterstützt.

Der Einsatz ist beendet, die Kressbronner Helfer melden sich bei der Leitstelle einsatzbereit und fahren zurück ins DRK-Heim, wo die verbrauchten Materialien aufgefüllt werden. Um 23:54 Uhr erfolgt die nächste Alarmierung, diesmal ein internistischer Notfall. Nur rund eine Minute dauert die Anfahrt bis zum Einsatzort. Unterwegs begegnen den First Respondern feiernde Kressbronner - viele andere schlafen bereits.

Selbstverständlich fallen alle Einsätze unter die Schweigepflicht. Das Beispiel ist frei erfunden und dennoch nicht aus der Luft gegriffen.